Sponsoren finden durch Strom- und Gas-Sponsoring
Heute möchte ich euch ein sehr interessantes Sponsoring-Konzept eines Energieunternehmens aus dem süddeutschen Raum vorstellen. Dieses Sponsoring-Konzept ermöglicht es Vereinen völlig unabhängig von Bekanntheit, Sportart oder Leistungsklasse zum Teil enorme Sponsoringerlöse zu erzielen.
Das angesprochene Unternehmen hat sich auf Industriekunden spezialisiert und bietet Strom und Gas bei einer hohen Abnahmemenge zu einem sehr guten Preis an. Um neue Kunden anzusprechen wurde eigens ein Sponsoring-Konzept entwickelt. Das Sponsoring-Konzept ist sehr simpel und beruht, wie es beim Sponsoring auch sein sollte, auf dem Prinzip von Leistung und Gegenleistung. Das bedeutet: Wenn sich ein Verein bemüht und Leistung bringt, dann gewinnt dieser das Energieunternehmen als Sponsor.
Sponsoring durch Leistung und Gegenleistung
Das Energieunternehmen hat ein großes Interesse daran in direkten Kontakt zu Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe zu kommen um diese letztendlich als Kunden zu gewinnen. Besonders interessant sind hierbei Unternehmen, die einen großen Energiebedarf haben (z.B. Gastronomie, Maschinenbau, Industrieanlagen, etc.). Ziel des Sponsoring-Modells ist es über Vereine auf kurzem Weg in Kontakt zu diesen Industrieunternehmen zu treten um ein unverbindliches Angebot für einen Anbieterwechsel abgeben zu dürfen. Dabei ist es das Ziel günstiger zu sein als der bisherige Strom- oder Gaslieferant. Somit soll eine Kostenersparnis durch das Angebot erzielt werden. Wird ein Geschäft erfolgreich über einen Vereinskontakt vermittelt, dann ist das Energieunternehmen bereit beim Verein als Sponsor einzusteigen.
Fiktives Praxisbeispiel Maschinenbauunternehmen
Schritt 1: Ansprache eines Unternehmens im Umfeld des Vereins
Ein Verein wird von einem mittelständischen Maschinenbauunternehmen gesponsert, welches einen sehr hohen jährlichen Energieverbrauch und damit sehr hohe Energiekosten hat. Der Verein spricht das Maschinenbauunternehmen also an und informiert über das Sponsoring-Konzept.
Schritt 2: Angebot durch das Energieunternehmen
Anschließend fragt der Verein an, ob das Energieunternehmen dem Maschinenbauunternehmen ein unverbindliches Angebot für einen Strom- oder Gasliefervertrag unterbreiten darf, mit dem Ziel die Energiekosten zu reduzieren. In diesem Zusammenhang weist man darauf hin, dass das Energieunternehmen bereit ist als Sponsor beim Verein einzusteigen, falls ein Geschäft zwischen Maschinenbauunternehmen und Energielieferant zustande kommt. Da der Maschinenbauer a) sicher gerne Geld spart und b) den Verein ohnehin schon unterstützt liegt es natürlich nahe, dass er dem Thema offen gegenüber steht. Sicherlich hat er auch ein Interesse daran hat, dass der Verein zusätzliche Sponsoren bekommt.
Schritt 3: Abschluss und einstieg des Energieunternehmens als neuer Sponsor
Das Energieunternehmen macht also ein Angebot und ist tatsächlich günstiger als der bisherige Energieversorger des Maschinenbauunternehmens. Aus diesem Grund wechselt man zum neuen Energielieferanten und spart dadurch jährlich einen hohen Geldbetrag. Durch die erfolgreiche Vermittlung eines neuen Kunden ist das Energieunternehmen dazu bereit als Sponsor beim Verein einzusteigen. Die Höhe der Sponsoring-Summe richtet sich dabei nach der verbrauchten Energiemenge des Maschinenbauunternehmens.
Win-Win-Win-Situation
Der Clou bei diesem Konzept ist, dass es nur Gewinner gibt:
- Das Unternehmen reduziert seine Energiekosten
- Das Energieunternehmen gewinnt durch den Verein einen neuen Kunden
- Der Verein bekommt einen neuen Sponsor
Transparentes Sponsoring
Das eben beschriebene Sponsoring-Modell ist sehr spannend. Es wird nämlich genau umgekehrt vorgegangen als beispielsweise bei großen Sponsoringengagements im Profisport. Dort ist es (einfach gesprochen) meistens so, dass sich ein Unternehmen zum Beispiel ein Trikot-Sponsoring oder eine andere Werbefläche einkauft und anschließend hofft über diese Präsenz Image und Bekanntheit zu steigern. Durch das gute Image und die hohe Bekanntheit soll der Umsatz gesteigert werden. Das Unternehmen geht damit aber quasi in Vorleistung und trägt das Risiko, da der Sponsoring-Erfolg vorher völlig offen ist.
Das Ergebnis des Sponsoring-Engagements kann (wenn überhaupt) erst im Nachhinein bewertet werden. In den meisten Fällen ist das Ergebnis allerdings nicht transparent darstellbar.
Beim vorgestellten Sponsoring-Modell dreht man den Spieß um. Hier geht der Verein in Vorleistung, indem er für das Energieunternehmen seine Kontakte spielen lässt um ein Geschäft zu vermitteln. Der große Vorteil ist allerdings, dass der Verein kein finanzielles Risiko trägt. Ist der Verein erfolgreich wird er dafür mit einem neuen Sponsor belohnt (wir erinnern uns: Leistung und Gegenleistung!). Falls nicht gibt es auch kein Sponsoring. Der Verein ist somit für den Sponsoring-Erfolg selbst verantwortlich und muss nicht auf Gönner hoffen. Dieses Sponsoring-Modell ist vollkommen transparent, da hier eine Leistung entsteht, die man in barer Münze beziffern kann. Und das ist für alle Parteien ein riesiger Vorteil.
Vereine werden Vertriebspartner
Ich nenne diese Art des Sponsoring „Vertriebs-Sponsoring“, da der Verein im Prinzip genau dasselbe macht wie ein Vertriebsmitarbeiter. Nur mit dem Unterschied, dass es ein funktionierender Verein durch das Vereinsnetzwerk in der Regel sehr viel einfacher hat potentielle Kunden anzusprechen. Die Kommunikation findet nämlich auf einer sehr persönlichen Eben statt, wodurch man einen sehr viel leichteren Zugang zu den verantwortlichen Personen hat. Das schöne dabei: Der Aufwand für alle Beteiligten hält sich sehr in Grenzen. Es geht lediglich darum Kontakte zu knüpfen.
Ein Sponsoring-Konzept für die Zukunft?
Ich bin der Meinung dieses Konzept hat insbesondere für kleine Vereine Zukunft. Funktionieren wird es allerdings nur wenn sich der Verein entsprechend engagiert und seine Kontakte spielen lässt. Wer nichts tut und keine Leistung bringt, der wird auch nichts erreichen, außer vielleicht einmal den ein oder anderen Mäzen dazu zu überreden den Verein zu unterstützen. Das hat dann aber nichts mit Sponsoring zu tun.
Übrigens: Wer Interesse an diesem Sponsoring-Konzept hat, der darf sich gerne mit mir unter a.will@andreaswill.com in Verbindung setzen. Ich stelle den Kontakt zum Energieunternehmen her. Voraussetzung ist allerdings ein Stromverbrauch von mindestens 100.000 KWh pro Jahr.
Tags: Sponsoren finden, Sponsoren gewinnen, Sponsorensuche, Sponsoring, Verein, Vereine, Vertrieb









Ich finde das Konzept klingt eigentlich recht gut zumindest für die Industriepartner, die können dieses System natürlich ideal nutzen, um sich besser zu vernetzten. Vereine haben dabei aber nicht zwingend einen Vorteil, denn letztlich setzt das ganze ja darauf, dass sie bereits über entsprechende Sponsoren verfügen, die sie vernetzen könne. Dabei ist dann die Frage, ob man sein Sponsoring gefährdet, wenn man quasi als Vermarkter in der umgekehrten Richtung arbeitet. Mein Gefühl sagt mir, dass hier viel von dem Verhältnis der Vorsitzenden zu ihren Sponsoren abhängt. Klar wenn die Firmen das mitmachen ist es ein lohnendes Angebot, aber ich würde da vorsichtig vorgehen, nicht das die Unternehmer einen Gaspreisvergleich machen, wechseln und dann aber weil sie genervt sind das Sponsoring beenden. Ist wohl eine Einzelfallentscheidung
Hallo Lukas,
erst mal herzlichen Dank für Deinen Kommentar.
Natürlich hast Du recht wenn Du andeutest, dass das Konzept nicht überall eingesetzt werden kann. Hat ein Verein zum Beispiel schon einen Sponsor aus dem Energiebereich, dann sollte man davon tunlichst die Finger lassen. Es ist nie gut wenn sich im Sponsoren-Pool zwei Unternehmen aus derselben Branche tummeln. Noch schlimmer wird es wenn einer der Partner dann noch eine bessere Leistung bekommt. Das geht gar nicht. Das gibt meistens böses Blut und am Ende schaut der Verein in die Röhre.
Du sagst auch, dass man zur Umsetzung des Konzeptes über entsprechende Sponsoren verfügen muss. Das möchte ich aber ganz klar verneinen. Das Potential des Vereins sind nicht nur vorhandene Sponsoren, sondern jedes einzelne Mitglied. Jeder einzelne im Verein hat ein eigenes Netzwerk und kann auch Kontakte zu Unternehmen herstellen, die noch nicht Sponsor sind. Es funktioniert also auch ohne Sponsoren-Netzwerk.
Aber wie Du richtig sagst: Das Konzept funktioniert vor allem dann sehr gut wenn die persönliche Komponente zwischen Verein und Unternehmen stimmt. Das Motto des Konzepts könnte auch lauten: Mann kennt sich man schätzt sich, man hilft sich
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